Hier findet Ihr Aktuelles zum Thema Fotografie
Check! Kameraklassiker aus der Digitalära, für Euch geteset.
Analog zu meiner 2. Leidenschaft - dem Musik hören und erleben mit alter Spitzentechnik, gehört die Fotografie zu meinen Lieblingshobbys. Dabei habe ich lange Zeit auf eher aktuelle Modelle gesetzt. Als ambitionierter Hobbyfotograf stehen freilich die Bilder im Mittelpunkt. Aber wenn man sich eben auch für die Technik dahinter begeistert, verliert man sich schnell in den Untiefen des Kameramarktes. Dabei habe ich erstaunliche Parallelen zum Hifi entdeckt:
1. Das Wichtigste ist die Musik die man am Ende genießen möchte --> Das Wichtigste ist das fertige Bild das man Ende bewundern möchte.
2. Die Technik dahinter sorgt nicht allein oder gar hauptsächlich für den Genuss, sie gibt nur Möglichkeiten vor und formt das Erlebnis.
3. Die Rolle der Technik wird häufig überschätzt.
4. Der positive Einfluss moderner, Highendtechnik hat nur einen begrenzten Einfluss auf ein schönes Hörerlebnis --> gutes Foto
5. Objektive sind wichtiger als die Kamera dahinter --> Lautsprecher sind wichtiger als der Verstärker dahinter
6. Gutes Licht ist wesentlich für ein gelungenes Bild --> eine gute Raumakustik ist wesentlich für ein gelungenes Hörerlebnis
7. Die Technik hat in den vergangenen 10 - 15 Jahren keine Quantensprünge mehr gemacht. Klassisches Hifi/ klassische Kameras, bieten daher ein hervorragendes Preis/ Leistungsverhältnis und liefern top-Ergebnisse.
Die Liste ließe sich noch fortsetzen...
Den für diesen Text wichtigsten Punkt habe ich aber nun schon gemacht. Nachdem sich mein Schwiegervater eine alte Nikon D1 h zugelegt hat und mir seine Ergebnisse am Bildschirm präsentiert hat, kamen mir Zweifel daran ob es immer die neuste Nikon oder Canon oder Fuji sein muss. Zumal es kein Geheimnis ist, dass einige, mittlerweile als alt geltende Digitalkameras mehr als brauchbare Ergebnisse liefern. Sucht z.B. mal nach der Fuji X pro 2. Die Bildqualität dieser Kamera gilt als legendär und als stolzer Besitzer einer Solchen kann ich das bestätigen. Aber es gibt auch viele andere Modelle die es lohnt mal etwas genauer zu betrachten. Natürlich muss man bei älteren Kameras und Objektiven auch ein paar Abstriche machen. Hier ein paar Dinge bei denen sich die Technik doch ein ganzes Stück weiterentwickelt hat:
Den größten Unterschied findet man wahrscheinlich noch bei den spiegellosen Digitalkameras; Sucher, Bildschirm und Autofokus sowie die Videofunktionen sind doch in den letzten 10 Jahren nochmals deutlich besser geworden. Ebenso die Serienbildgeschwindigkeit. Nimmt man dagegen eine klassische digitale Spiegelreflex aus den 2010er Jahren zur Hand, kommt man wiederum zu einer anderen Art der Fotografie. Die damals bereits ausgereifte Optik und Mechanik bietet im semiprofessionellen und professionellen Bereich riesige, helle Prismensucher, eine flotte Serienbildgeschwindigkeit, lange Akkulaufzeiten, robuste Bauweise, große Objektivparks und - das wohl alles Entscheidende - eine Tip-Top Bildqualität!
Da mich von jeher beide Welten interessieren: Spiegelreflex und spiegellos, habe ich mir Vertreter aus beiden Lagern angeschafft. Die Moderne Referenz für einen Vergleich, ist eine Nikon Z6II.
Canon EOS 5D Mark III
- 22,3 MP Vollformatsensor
- Spiegelreflexkamera (DSLR)
- 61-Punkt-Autofokus
- 6 Bilder/s
- Full-HD Video
- Sehr robustes Magnesiumgehäuse
- Großer optischer Sucher
- Gewicht ca. 950 g
Dieses Arbeitspferd wurde 2012 auf den Markt gebracht und hat sich einen Legendenstatus erworben:
Mit den folgenden Vorzügen trumpft sie auch 2026 noch auf:
- fantastische Ergonomie
- großer, heller Sucher
- extrem zuverlässige Bedienung
- natürlicher DSLR-Look
- tolle Hautfarben
- riesige Objektivauswahl auf dem Gebrauchtmarkt
- Akkulaufzeit deutlich besser als viele spiegellose Kameras
Natürlich gibt es auch Nachteile wie den langsamen AF im Liveview Modus, der etwas begrenzte Dynamikumfang und nicht zuletzt, Größe und Gewicht. Ich habe die Kamera mit einem Canon 85mm f1,8 getestet. Das Objektiv ist ein günstiger Klassiker mit sehr guter Abbildungsleistung. Portraits, Naturdetails und Landschaftsausschnitte hat die Kombi in einer Qualität abgeliefert, die jener einer Nikon Z6II in nichts nachsteht. Im Gegenteil: Farben, Kontraste und Natürlichkeit übertreffen diese sogar leicht. Auch wenn die Spielräume, unterbelichtete Bildabschnitte aufzuhellen, etwas begrenzter sind als bei der Nikon mit ihrem modernen BSI Sensor. Diese Kamera fotografiert nicht nur - sie malt Bilder. Dafür ist der Kamerasensor der Canon bekannt und deshalb ein Kauf in jedem Falle empfehlenswert. Früher für 3300,-€ zu erwerben, findet man Modelle, die gut in Schuss sind, bereits für unter 450,-€. Die Langlebigkeit tut ihr Übriges. Geräte mit Auslösungen von 300.000 und mehr sind keine Seltenheit. Wer Freude an bewusster, sorgsamer Fotografie hat und weniger Wert auf Geschwindigkeit und technischem Schickschnack legt, macht hier nichts verkehrt.
Sony Alpha 7 II
- 24 MP Vollformatsensor
- spiegellos und dadurch kompakt
- 5-Achsen-Bildstabilisierung
- Hybrid-Autofokus
- Full-HD Video
- elektronischer Sucher
Die Sony Alpha war eine der ersten, auch für ambitionierte Fotografen, ernstzunehmende spiegellose Digitalkamera. Sie bringt moderne Features mit, die auch heute zum Standard gehören um die digitale Fotografie komfortabel zu machen:
- kompakt und relativ leicht (ca 600g)
- adaptierbar mit fast allen alten Objektiven
- Bildstabilisator im Gehäuse
- sehr guter Dynamikumfang
- Fokus-Peaking für manuelle Objektive
Getestet habe ich die Sony mit manuellen Pentax-Objektiven (Adapter) und einem Samyang 40mm f1,8. Im Vergleich zur Canon fotografiert man automatisch wieder mehr über den Bildschirm: der ist klappbar und der Autofokus im Liveview ist ausreichend schnell wenngleich nicht sportlich. Man kommt im Gegensatz zur Canon schon eher in dieses rasante "shoot and go" und durch die elektronischen Hilfen (Kantenanhebung, Lupe im Sucher) lassen sich manuelle Objektive wesentlich zielsicherer einsetzen als bei klassischen DSLR - ein großer Vorteil wie ich finde. Die Bildqualität ist sonytypisch makellos und mit dem günstigen Samyang ließen sich bereits scharfe und brillante Aufnahmen erstellen. Da die Sony bereits für um die 350,-€ zu finden ist, ebenfalls ein absoluter Kauftipp von mir. Einziges Manko ist die Performance des Suchers und auch des Bildschirms bei ungünstigen Lichtverhältnissen. Bei heller Mittagssonne oder sehr kontrastreichen Szenen, ist eine Nikon Z6II oder auch der optische Sucher einer Canon 5D klar überlegen. Auch einen Ersatzakku sollte man stets dabei haben. Die älteren Sonyakkus waren wirklich keine Performancemonster.
Fazit
Ja, Kameras aus 2020 und später haben sich weiterentwickelt: Sucher- und Displayleistung, Geschwindigkeit, Videoperformance, Autofokus und zum Teil auch komplexere Einstellmöglichkeiten bieten einen Mehrwert. Dann muss man jedoch auch dazu bereit sein, den entsprechenden Aufpreis zu zahlen. Häufig das Drei oder Vierfache. Wo sich nicht ganz soviel getan hat, ist die grundlegende Bildqualität bei normalen Lichtverhältinssen. Mit Schätzen wie einer Canon Eos 5D M3 oder auch einer Nikon D750, lassen sich für ein geringes Budget sehr gute Ergebnisse erzielen, die den Bildern moderner Kameras in Nichts nachstehen. Wer weg will vom Smartphone um die Welt vollwertiger Fotokameras zu betreten, wer ein Zweitgerät für besondere Schnappschüsse haben möchte oder eine Kamera sucht, die man für den nächsten Abenteuerurlaub nicht extra versichern muss, der wird mit diesen Klassikern ganz sicher glücklich. Probiert es einfach mal aus.